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Was hilft jemandem, der Angst vor dem Sterben hat?

Oft keine Antworten zur Krankheit, sondern eine innere Ruhe darüber, was danach kommt. Voggenhuber erzählt von einer jungen Frau mit einer unheilbaren Diagnose, die nicht zu ihm kam, um geheilt zu werden, sondern um herauszufinden, ob sie ihre Angst ablegen kann.

Über die Angst vor dem Sterben wird selten offen gesprochen. In medizinischen Gesprächen geht es um die Behandlung, und die Menschen um den Sterbenden herum meiden das Thema oft ganz, weil sie nichts schlimmer machen wollen.

Eine Sitzung, in der es nichts zu klären gab

Pascal Voggenhuber erzählt eine Geschichte, die ihn nicht losgelassen hat. In seinem Büro ging die Anfrage einer 23-jährigen Frau mit einer unheilbaren Krankheit ein. Sie bat darum, auf einer Warteliste vorgezogen zu werden, die über Jahre lief. Jemanden vorzuziehen hieß, ihn in seiner eigenen Freizeit unterzubringen, es war also eine echte Entscheidung.

Sein erster Gedanke war, dass sie bei ihm an der falschen Adresse sei. Er nahm an, sie hoffe darauf, gesund zu werden, und obwohl er Energiearbeit gelernt hatte, sah er darin nicht sein Fachgebiet. Dann dachte er noch einmal nach: Vielleicht wollte sie das ja gar nicht. Er sagte zu.

Die Sitzung selbst war für seine Verhältnisse unspektakulär. Ihre Großmutter meldete sich. Zwischen den beiden war alles geklärt, und das sagte er auch. Sie bestätigte es. Einen Moment lang saß er da und fragte sich, warum er einen Notfalltermin für ein Gespräch vergeben hatte, in dem es nichts zu klären gab.

Weshalb sie wirklich gekommen war

Die Großmutter erklärte es. Die junge Frau war nicht da, weil noch etwas offen war. Sie war da, weil sie Angst vor dem Sterben hatte und herausfinden wollte, ob danach etwas kommt, damit sie ruhig sterben konnte. Er erklärte ihr, was er darüber verstand, und sie bestätigte, dass sie genau deshalb gekommen war.

Danach sagte sie ihm, das sei das größte Geschenk gewesen, das sie je bekommen habe, und sie habe keine Angst mehr. Sie fuhr nach Hause. Zwei Tage später riefen ihre Eltern an: Sie war im Schlaf gestorben, und ihre letzten beiden Tage waren friedlich gewesen.

Heilung ohne Genesung

Er zieht daraus ein Verständnis von Heilung, bei dem es nicht um Genesung geht. Heilung kann für ihn bedeuten, dass sich die Angst eines Menschen legt und er ohne Furcht gehen kann. Er sagt ausdrücklich, dass er weit spektakulärere Sitzungen hatte und dass ihn diese mehr berührt hat als alle anderen.

Ähnliches beschreibt er bei unheilbar kranken Kindern, die er kennenlernte, als er Spenden für ein Kinderhospiz sammelte. Ihn beeindruckte, wie oft Kinder von fünf, sechs oder sieben Jahren, die wussten, dass sie sterben würden, am Ende ihre eigenen Eltern und die Erwachsenen um sie herum trösteten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Wer Angst hat, braucht oft nicht noch mehr Informationen über die Krankheit.
  • Die Angst aussprechen zu dürfen, kann wichtiger sein, als etwas zu lösen.
  • Innerer Frieden ist ein berechtigtes Ergebnis, auch wenn keine Genesung möglich ist.
  • Frag die Person, weshalb sie gekommen ist, statt es einfach anzunehmen.

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