Woran erkennst du, ob spirituelle Arbeit seriös ist?
Achte auf Angst. Voggenhuber stört vor allem, wenn jemand mit Dämonen, Besessenheit und gefangenen Seelen arbeitet, weil das Abhängigkeit schafft statt Tiefe. Außerdem warnt er davor, in vielen Disziplinen Zertifikate zu sammeln, statt in einer wirklich in die Tiefe zu gehen.
Die spirituelle und ganzheitliche Szene ist heute viel zugänglicher als vor zwanzig Jahren. Mehr Angebote, mehr Lehrer, mehr Ausbildungswege. Pascal Voggenhuber begrüßt diese Offenheit, sagt aber auch klar, was sie kostet: Für viele ist es richtig schwer geworden zu erkennen, was Substanz hat und was nicht.
Das deutlichste Warnsignal ist Angst
Auf die Frage, was sich seiner Meinung nach ändern sollte, nennt er Anbieter, die mit Dämonen, bösen Geistern, Besessenheit und Seelen arbeiten, die angeblich außerhalb des Lichts gefangen sind. Sein Einwand ist nicht theologisch. Es geht ihm darum, dass dieser Ansatz mit Angst arbeitet, und Angst vertieft nichts. Sie macht abhängig von demjenigen, der behauptet, die Bedrohung beseitigen zu können. Er wünscht sich besser ausgebildete Praktiker, die diese Angst nicht verbreiten.
Er formuliert das mit Bedacht. Er will niemanden angreifen und räumt ein, dass letztlich alles seinen Platz hat. Die Grenze zieht er aber dort, wo ein Angebot jemandem mehr Angst macht als vorher.
Seminar-Hopping
Ein zweites Muster, das er beschreibt: Dieselben Gesichter tauchen erst im Aura-Seminar auf, dann im Geistführer-Seminar, dann im Engel-Reading-Kurs, dann beim Waldbaden, immer auf der Jagd nach dem nächsten Zertifikat. Für ihn wird so Tiefe durch Breite ersetzt. Der Sinn einer Ausbildung sei es, lange genug bei einem Gebiet zu bleiben, um es wirklich zu beherrschen.
Das gilt für ihn auch selbst, und zwar als Grenze, nicht als Angeberei. Sein eigenes Fachgebiet kennt er gründlich, weil er es Tausende Stunden unterrichtet hat. Ein Seminar darüber, wie man mit Yoga Muster auflöst, könnte er nicht geben, und das sagt er ganz offen. Wer die Grenzen der eigenen Kompetenz so benennt, sendet damit schon ein brauchbares Signal.
Ausprobieren ja, nie ankommen nein
Bevor er seinen eigenen Lehrer fand, war er nach eigenen Worten in den schrägsten Seminaren, und er sieht das als normale Phase, in der man herausfindet, wo man hingehört. Das Problem ist nicht das Ausprobieren. Es ist das Nie-Ankommen und der Selbstzweifel, sobald etwas beim ersten Versuch nicht klappt.
Das Wichtigste in Kürze
- Frag dich, ob dir ein Angebot Angst nimmt oder Angst macht.
- Vertrau Praktikern, die sagen, was sie nicht anbieten.
- Tiefe in einem Gebiet ist mehr wert als ein Stapel Zertifikate.
- Ausprobieren ist eine normale Phase, ewiges Ausprobieren ist Vermeidung.
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